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Der Eridianus Erlass ist ein einseitig proklamierter Erlass der Solaren Liga zur Verhinderung von vorsätzlichem oder willkürlichem Massenmord an Zivilisten.

Er wurde nach dem Epsilon Eridiani-Zwischenfall benannt, der ausschlaggebend für die Ratifizierung des Erlasses war.


Geschichte[]

Die Solare Liga war nach zahlreichen Vorfällen müde, die Kriegsgräuel anderer Sternnationen aufzuarbeiten und zu beseitigen und versuchte, verbindliche interstellare Richtlinien für den militärischen Angriff auf bewohnte Planeten zu erlassen. Die bürokratischen Wirren der solaren Bürokratie hätten eine normale Gesetzesverabschiedung jedoch unmöglich gemacht. Daher beantragten die Verfasser des Erlasses nach dem genannten Zwischenfall ein Referendum, mit dem sie das zeitweise Momentum und die politische Stimmungslage nutzten, um eine solche Regelung voran zu bringen. 1410 PD wurde der Erlass durch dieses Referendum ein Teil der solaren Verfassung. Der Eridianus Erlass ist damit möglicherweise das einzige Beispiel einer stringenten Außenpolitik, über das die Solare Liga verfügt.

Die Solarian League Navy schwebte ab der Ratifizierung des Erlasses fortan über allen bewaffneten Organisationen wie ein Damoklesschwert. Jeder Befehlshaber, jeder Kommandant, jeder Soldat wusste fortan, dass in dem Moment, in dem er den Erlass verletzte, die solare Navy ohne weitere Beschlüsse in Marsch gesetzt würde, um über ihn (und seine Sternnation/seine Auftraggeber) zu kommen und Rechenschaft einzufordern.

Der Erlass wurde seit seinem Inkrafttreten insgesamt fünfmal von der SLN durchgesetzt.

Infolge des Solarisch-Manticoranischen Krieges trat 1922 PD indes offen zu Tage, dass der Erlass unter dem alten zentralen Ordnungsproblem politischer Systeme namens "Und wer bewacht die Wächter?" litt. Durch die Große Allianz in die Defensive gedrängt und mit einem Gegner konfrontiert, der den uneingeschränkten solarischen Allmachtsanspruch und damit gleichzeitig die solarische Arroganz und Willkür in Frage stellte, entschieden sich die korrupten Permanenten Unterstaatssekretäre unter dem verdeckten Einfluss des Mesanischen Alignments zu militärischen Operationen, die von vornherein Elemente aufwiesen, die einen Verstoß gegen den Erlass nicht nur ermöglichten, sondern fast schon unvermeidbar machten. Die gemäß des Erlasses angebrachte Zurückhaltung wurde über Bord geworfen, die Schuld an den wahrscheinlichen Konsequenzen den designierten Opfern zugeschoben. Denn hätten diese sich bedingungslos dem Willen der Liga gefügt, anstatt diese zu "verraten", wäre es nicht so weit gekommen. (HH14)

Seit der moralischen Bankrotterklärung der alten Ligabürokratie und der totalen Niederlage der Liga 1923 PD ist die Große Allianz an Stelle der Liga getreten, was die Durchsetzung des Eridianus-Erlasses betrifft.


Details[]

Der Erlass ächtet den unkontrollierten und willkürlichen Angriff auf Zivilisten. Die wahllose Vernichtung planetarer Bevölkerung oder des Ökosystems eines Planeten aus dem Orbit stellt einen Verstoß gegen den Erlass da. Die bei der Ausschaltung eines militärischen Ziels ausdrücklich unvermeidbaren Opfer unter der Zivilbevölkerung stellen dagegen keinen Verstoß dar. Von diesem Erlass ausgenommen sind Planeten, die sich im Privatbesitz von Firmen befinden, da sich auf diesen normalerweise keine Zivilbevölkerung aufhält.

Liegt zum Beispiel ein planetares Verteidigungszentrum mitten in einer Großstadt, so darf dieses Ziel natürlich mit Waffen aus dem Orbit angegriffen werden. Die dabei auftretenden Verluste und Schäden in der Stadt werden als unvermeidbar betrachtet, wenn der Angreifer alles in seiner Macht stehende getan hat, um die Verluste zu minimieren. Somit ist ein kinetischer, gezielter Orbitalschlag, der das Zentrum trifft und durch seine Auswirkungen alles im Umkreis von zwei Häuserblocks um das militärische Ziel einäschert, kein Verstoß gegen den Erlass, ungezieltes Flächenbombardement über ein komplettes Stadtgebiet oder der Einsatz von Biowaffen dagegen sehr wohl.

Die Hauptverantwortung und Beweislast, das der Erlass befolgt wurde, liegt dabei beim Angreifer. Er muss

  • erstens das System kontrollieren und es darf für den Unterlegenen keine Aussicht auf Entsatz bestehen
  • zwotens den Planeten vor jeglichem Bombardement zur Kapitulation auffordern

Dadurch ist es einem Schiff, das einen Raid durchführt, verboten, ins System zu springen und Raketen auf einen Planeten abzufeuern, da es weder das System kontrolliert noch eine Kapitulation fordern kann.

Zusätzlich gilt jeder Unfall (zum Beispiel ein Raketenirrläufer, der irrtümlich die Planetenoberfläche trifft), der massive Verluste unter der Zivilbevölkerung zur Folge hat, ebenfalls als Verstoß gegen den Erlass. Hierbei wird angeführt, dass solch gravierende Unfälle generell vermeidbar sind und eine Nation, deren militärische Kommandanten solche Unfälle zulassen, handelt fahrlässig und gilt damit als Schurkenstaat. Mit dieser Formulierung wurde "versehentlichen" Verstößen ein Riegel vorgeschoben.

Stellt die Solare Liga einen Verstoß gegen den Eridianus Erlass fest, erfolgt ohne Verzögerung oder Vetomöglichkeit der Einsatzbefehl für die solare Navy und die schuldige Nation oder Organisation wird zur Rechenschaft gezogen. Dies geht normalerweise mit ihrer Auslöschung als unabhängige politische und militärische Fraktion einher.

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