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Manticoranische und havenitische Pulser als Beispiele für Infanteriewaffen

Infanteriewaffen beinhalten alle Waffen, die von einer einzelnen Person getragen und eingesetzt werden können, auch wenn die Nutzung in besonderen Fällen Spezialisten vorbehalten ist oder zusätzlicher Ausrüstung bedarf. Aufgrund der unterschiedlichen technologischen Komplexität und Kosten werden nicht alle Waffenarten von allen Organisationen oder Parteien verwendet. Das Spektrum bei den Handfeuerwaffen reicht von Projektil- bis hin zu Plasmawaffen. Auch leichte Flugkörper und diverse Sprengmittel finden weithin Verwendung und zählen zu den Infanteriewaffen.


Pulser[]

Innenleben des L49 als Beispiel für den Aufbau eines Pulsers

Die am Weitesten verbreitete projektilverschießende Infanteriewaffe ist der Pulser. Pulser sind Massebeschleuniger. Anders als die Railgun verwenden sie Gravitation statt Elektromagnetismus. Sie existieren, vergleichbar mit den chemischen Projektilwaffen, in verschiedenen Größen - von der kleinen, handlichen Pulserpistole über das Pulsergewehr bis hin zur schweren Maschinenkanonenversion. Zudem gibt es zivile und militärische Ausführungen, die den jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen entsprechen.

Eine typische Pulserpistole in Militärausführung hat ein Kaliber von 2mm und eine Mündungsgeschwindigkeit von 2000m/s. Pulsergewehre sind die schultergestützte, größere Version des Handpulsers und verschießen Bolzen bis zu einem Kaliber von 4,7mm. Sie sind die reguläre Ausrüstung von militärischen Infanterieformationen. (JIR1)

Die als Bolzen bezeichneten Pulserprojektile können zusätzlich zur reinen kinetischen Wirkung mit hochexplosiven Sprengköpfen bestückt sein oder beim Aufprall zersplittern (Splitterbolzen). Aber es ist schon bei normaler Munition praktisch unmöglich, einen Pulsertreffer zu überleben, da ein Treffer in die ungeschützte Hand ausreicht, um den gesamten Arm abzureißen. Wird ein ungeschützter Mensch von Explosivbolzen getroffen, ist die Wirkung noch verheerender, da diese im Ziel detonieren und größeren Schaden anrichten.


Schwere Pulserkanonen treten meist als Dreiläufler in Erscheinung - gurtgefütterte Pulserkanonen mit drei Läufen, in ihrem Erscheinungsbild grob vergleichbar mit chemischen Revolverkanonen oder Gatling-Guns. Sie verschießen entweder schwere Bolzen mit vergleichsweise großem Kaliber oder so genannte Flechettes. Es existieren verschiedene Ausführungen von relativ leichten, schultergestützten Versionen, die in ihrer Einsatztaktik wie leichte Maschinengewehre des 21.Jahrhunderts CE verwendet werden. Schwerere Ausführungen sind dagegen lafettierte Waffensysteme, da sie sich nicht mehr mit reiner Körperkraft bedienen lassen. Schwere Drillingspulser sind eine häufig von Soldaten in Panzeranzügen eingesetzte Waffe.

  • Das Royal Manticoran Marine Corps verwendet einen leichten Drillingspulser, der bis zu 100 hochexplosive 4mm-Bolzen pro Sekunde verschießen kann. (HH2) Des Weiteren ist der schwere, lafettierte Mark 46-Drillingspulser bei Marines und Royal Army im Einsatz, der in einer Minute bis zu 3.000 hochexplosive 10mm-Bolzen verschießen kann. (COS3)
  • Die leichte Version des Republic of Haven Marine Corps feuert 5mm-Bolzen und kann stufenlos zwischen 100 und 3000 Bolzen pro Sekunde verschießen, so lange die Munition im auf dem Rücken getragenen Munitionsbehälter vorhält. (HH8)

Pulser können je nach Ausführung enorme theoretische Feuerraten erreichen (da es außer der Munition keine bewegten Teile gibt) bis hin zu 10.000 Schuss pro Sekunde aus einem einzigen Lauf bei schweren, fahrzeuggestützten Modellen. In der Einsatzrealität werden solch hohe Schussfolgen nicht oder nur selten erreicht - das wahrscheinlichste Szenario ist dabei der Kurvenkampf zwischen Luftfahrzeugen, wo Feuerstöße nur Sekundenbruchteile dauern und daher möglichst viel Masse in kürzest möglicher Zeit ins Ziel gelangen muss. Infanteristisch eingesetzte Pulser haben für solche Kadenzen weder die Munitionsvorräte noch die notwendigen Dimensionen.

Die bereits erwähnten und besonders widerwärtigen "Splitterbolzen", die im Ziel zerbrechen und eine Wirkung wie DumDum-Geschosse haben, ist in allen regulären Staaten und ihren Armeen geächtet. Ihr Einsatz gilt als Kriegsverbrechen und wird entsprechend geahndet. Das hält selbsternannte Kriegsfürsten und diktatorische Regime indes nicht davon ab, sie zu benutzen.


Schrapnellgewehre[]

Diese Waffen sind das moderne Äquivalent einer klassischen Shotgun oder Schrotflinte. Schrapnellgewehre verschießen messerscharfe Scheiben, so genannte Flechettes, die jede ungeschützte Person in Fetzen reißen. Die Waffe kann mit Hilfe eines Reglers an der Mündung stufenlos zwischen gezieltem Einzelfeuer und maximaler Streuung justiert werden. Schrapnellgewehre sind besonders bei Enteraktionen beliebt, da sie im Gegensatz zu Pulsern kaum Schaden am Schiff selbst anrichten, die Außenhaut nicht beschädigen können und keine Querschläger produzieren.


Plasmawaffen[]

Plasmawaffen sind in der infanteristischen Ausführung schwere Unterstützungswaffen und verschießen Bolzen aus hocherhitztem Plasma. Auf Dreibeinen montierte Plasmakanonen sind die tödlichsten bekannten Infanteriewaffen, die ganze Gruppen von Soldaten mit einem einzigen Schuss töten können. Die kleinste Plasmawaffe ist der Plasmakarabiner für den Einsatz durch einen einzelnen Schützen. Plasmawaffen sind - abgesehen von schweren Sprengladungen und Fahrzeugwaffen - die einzigen Infanteriewaffen, mit denen Soldaten in Panzeranzügen und schwere Panzerfahrzeuge effektiv bekämpft werden können. Aus diesem Gund zählen Plasmakarabiner zur Standaradausrüstung aller Infanteriezüge. Plasmawaffen haben bei aller Effektivität zwei entscheidende Nachteile, die sie in ihrer Rolle einschränken: Zunächst wäre da ihr Gewicht. Ein Plasmakarabiner kann von einem einzelnen, trainierten Soldaten geführt und eingesetzt werden, aber nicht auf unbestimmte Zeit, vor allem nicht im Bewegungsgefecht. Schon unmittelbar über dem Plasmakarabiner rangieren bereits Plasmawaffen, die ohne Lafette oder Panzeranzug nicht eingesetzt werden können. Der größte Nachteil aller Plasmawaffen ist indes die so genannte "Hitzeblüte". Beim Abschuss entsteht eine extrem heiße Zone, die sich um die Mündung und entlang des Schusskanals radial ausbreitet. Diese Hitzeblüte ist für alle nicht durch Panzeranzüge geschützten Personen fast genau so gefährlich wie der eigentliche Plasmabolzen. Ein ungeschützter Aufenthalt neben der Mündung oder Schussbahn einer Plasmawaffe endet selbst auf mehrere Meter Distanz mit Verletzungen oder Tod. Diese Gefahrenzone ist geringer, wenn Personen in der Nähe durch Körperpanzerung geschützt sind, aber unmittelbare Nähe zu Mündung oder Schusskanal ist immer lebensgefährlich. Beim Einsatz in beengter Umgebung kann die seitliche Hitzeblüte zudem mangels Raumvolumen auf den Schützen zurückschlagen. Jede Plasmawaffe ist also immer auch eine Flächenwaffe und das muss im Einsatz berücksichtigt werden.

  • Das Plasmagewehr ist eine typische Waffe der schweren Sturmkompanien des RMMC und der Solarian Marines. Diese Waffe ist nur dem Namen nach keine Kanone und richtet verheerenden Schaden an.


Granaten und Sprengmittel[]

Auch im Zeitalter der Raumfahrt, Pulser, Laser und Plasmawaffen stellt Sprengstoff weiterhin ein wirkungsvolles Mittel dar, um Dinge mit absoluter Endgültigkeit aus dem Verkehr zu ziehen. Das Arsenal reicht von der profanen Handgranate bis zu schweren Spreng- und Schneidladungen, die wie jeher dazu gedacht sind, Durchbrüche zu schaffen, Gänge zu sperren und Stellungen oder Fahrzeuge auszuschalten. Die Arsenale beinhalten dabei unterschiedlichste Sprengstoffe und unterschiedliche Ausführungen, vom modernen Plastiksprengstoff über Kontaktladungen bis hin zu Hohl- und Schneidladungen.

Granaten sind weiterhin ein wirkungsvolles Kampfmittel für den infanteristischen Kampf, sei es auf einem Planeten oder an Bord eines Raumschiffes. Sie existieren in unterschiedlichsten Modellen mit unterschiedlichsten Sprengsätzen. Von der einfachen, bereits 1900 CE bekannten Splittergranate, über Brandgranaten bis hin zu Granaten mit Kernsprengkopf oder Plasmaladung. Sie werden wie schon seit jeher üblich entweder von Hand geworfen oder mit schulter- oder fahrzeuggestützten Werfersystemen verschossen. Bei ihrem Einsatz gelten die gleichen Einsatzkriterien wie bei ihren größeren Gegenstücken - eine Plasmagranate in einem Tunnel ist für jeden außer einen Selbstmörder so ziemlich die blödeste Idee, die man haben kann.

Ebenfalls weiterhin in Gebrauch sind Minen, wobei das Angebot ebenfalls von der einfachen Anti-Personen-Mine mit Splitterwirkung über die Anti-Panzer-Mine mit mehreren Hohlladungen bis hin zur taktischen Nuklearmine reicht.


Schultergestütze Raketen[]

Ähnlich konzipiert wie die Panzerabwehrlenkwaffen des 1.Jahrhunderts AD (2000 CE), verschießen diese schultergestützten Werfer impellergetriebene Raketen mit ungefähr 3000 Gravos Beschleunigung. Sie werden gegen Fahrzeuge und befestigte Stellungen eingesetzt. Wie bei den Antiraketen der Schiffs-Nahbereichsverteidigung ist bei diesen Raketen der Impellerkeil die eigentliche Waffe.

  • Viper-Boden-Luft-Rakete (HH3)


Disruptor[]

Disruptoren sind Schallwaffen, arbeiten also mit Schallwellen, die zwar weniger Schaden als Pulser anrichten, aber bei einem Treffer dennoch massive Gewebstraumata verursachen. Ihre Wirkung lässt sich am ehesten mit der eines mittelalterlichen Morgensterns oder einer Keule vergleichen.


Chemische Feuerwaffen[]

Die klassische "Faustfeuerwaffe", also Pistolen, Gewehre und Maschinenwaffen mit chemischer Treibladung. Auch im 20.Jahrhundert PD existieren diese Waffen weiter, obwohl sie seit Erfindung der Pulser eigentlich veraltet sind. Doch sind Waffen mit chemischer Treibladung unschlagbar billig, technisch wesentlich unkomplizierter und daher besonders in den weniger wohlhabenden und entwickelten Kolonien der Menschheit nach wie vor weit verbreitet. Zudem sind klassische Pistolen leichter zu verstecken als moderne Pulser. Dafür richten sie weniger Schaden an.

Die aristokratisch geprägte manticoranische Kultur erlaubt generell das Tragen von Waffen und kennt zudem das Duell zwischen zwei Personen als Mittel der Genugtuung (zum Beispiel nach einem tätlichen Angriff oder einer Beleidigung): eine Person, die ihre Ehre verletzt sieht, kann den Verursacher zum Duell fordern und es besteht vor allem in den oberen Schichten der Gesellschaft ein gewisser Druck, diese Forderung anzunehmen. Eine berechtigte Forderung abzulehnen kommt gesellschaftlichem Selbstmord gleich. Die vorgeschriebene Waffe für ein Duell ist eine mehrschüssige 10mm-Selbstladepistole. Diese Pistolen werden verwendet, um Duelle nicht zwangsläufig tödlich enden zu lassen, wie es bei Pulsern der Fall wäre. Jedes Sternenschiff der RMN führt einige Duellpistolen in der Waffenkammer mit, damit Mannschaftsmitglieder sich, falls gewünscht, im Gebrauch der Waffe üben können.


Veraltete Waffen[]

Antiquierte Waffen existieren noch immer an unterschiedlichen Orten. Auf dem Planeten Grayson waren zum Beispiel chemisch angetriebene Feuerwaffen bis 1900 PD die modernsten verfügbaren Waffen und noch im Jahr 1922 PD dient das graysonitische Schwert als Waffe für den seltenen Fall des Gottesurteils. (HH2)

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