Honor Harrington Wiki
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Raumschiffe im Honorverse sind einer Vielzahl von physikalischen und technischen Gesetzen unterworfen. Diese Gesetze sind unüberwindbar und daher sind alle Schiffe so entworfen, dass die maximal möglichen Spielräume ausgenutzt werden können.


Der Antrieb und seine Auswirkungen[]

Seit dem dreizehnten Jahrhundert PD wird das Design der Kriegsschiffe in erster Linie durch die Fähigkeiten und Beschränkungen des Antriebssystems bestimmt. Alle anderen Zwänge resultieren praktisch aus diesem.

Fortbewegung im Normal- wie im Hyperrraum beruht grundsätzlich auf dem Impellerantrieb, lediglich die Betriebsart variiert. Die physikalischen Eigenschaften des Antriebes bedingen, dass vor dem Bug und hinter dem Heck des Schiffes eine Öffnung bleibt, wobei die Hecköffnung die geringeren Ausmaße besitzt. Da keine bekannte Waffe die Verzerrungsbänder des Impellerantriebes zu durchdringen vermag, kann kein Schiff Ziele beschießen, die sich direkt über bzw. unter ihm befinden; die logische Folge besteht darin, dass Beschuss auf das Schiff von oben oder unten ebenso unwirksam bleibt.

Zwischen den beiden Impellerbändern, die den Keil bilden, befindet sich eine Lücke längs der Schiffsbreitseite. Die seitlichen Lücken des Impellerkeils können durch Seitenschilde - schwächere Versionen der Keilbänder - geschlossen werden; wobei dies bei zivilen Schiffen selten eingesetzt wird. Die Seitenschilde eines Kriegsschiffs sind im Gefecht seine vorderste passive und wichtigste Verteidigungseinrichtung. Sie sind mit Lenkwaffen sehr schwer zu durchbrechen und Strahlenwaffen bleiben ab einer gewissen Entfernung wirkungslos.

Die Natur des Antriebs verhindert, wie bereits erwähnt, dass die vordere und hintere Öffnung des Keils mit egal was für einer Form von Energiebarriere geschlossen werden kann. Wird eine der beiden Öffnungen verschlossen, kann das Schiff nicht mehr beschleunigen. Somit sind diese beiden Öffnungen die verwundbarsten Stellen jedes Schiffes. Interessant ist dabei aber, dass die Beschleunigung nur ausfällt, wenn eine der Öffnungen vollständig geschlossen wird. Bei einer teilweisen Schließung bleibt die Beschleunigungsfähigkeit erhalten.


Bewaffnungsanordnung[]

Klassische Breitseitenwaffenanordnung eines Superdreadnoughts

Die Tatsache, dass ein Schiff weder durch die Impellerbänder feuern noch beschossen werden kann, diktiert auch die Anordnung der Bewaffnung. Der Großteil der Offensivbewaffnung und Abwehrsysteme eines Kriegsschiffs wird längs der Breitseiten installiert, da dort der meiste Platz ist, während der Rest in einer schwächeren Jagdbewaffnung am Bug und am Heck positioniert wird. Diese Jagdbewaffnung dient dazu, die toten Winkel in den Bestreichungskonen der Breitseitenbewaffnung zu decken. Im Gegensatz zum Impellerband ist es bei den Seitenschilden möglich, Portale (sogenannte Geschützpforten) für sehr kurze Zeit zu öffnen, die ungehindertes Feuern der eigenen Schiffsbatterien gestatten. Ein Glückstreffer des Feindes in diese kurzzeitig geöffneten Portale durch die Seitenschilde ist zwar möglich, jedoch sehr sehr selten.

Während sich der Rumpf bei Handellschiffen am Bug und Heck weiter verjüngt, verbreitern sich die Rümpfe von Kriegsschiffen vor den Impellerringen wieder zu den so genannten "Hammerköpfen". Die Jagdbewaffnung muss in diese Hammerköpfe der Spindelenden gequetscht werden, in denen es trotzdem nicht besonders viel Platz gibt. Aus Faustregel gilt, dass die Jäger (Jagdbewaffnung) eines Schiffes höchstens ein Drittel des Kampfwertes seiner Breitseitenbewaffnung besitzen, doch je größer das Schiff wird, desto ungünstiger wird das Verhältnis. Bei Schiffen wie Superdreadnoughts, die auf bis zu vier oder fünf verschiedenen Decks Breitseitenbewaffnung montiert haben und deren Länge das sieben- bis achtfache ihrer Höchstbreite beträgt, bedeutet dies, dass jedes der Geschützdecks fünfundzwanzig- bis dreißigmal soviel Waffenraum bietet, als ihm auf den Jagdpositionen zur Verfügung steht. Um dies zumindest etwas auszugleichen sind die Energie-Jagdwaffen eines Schiffes in der Regel schwerer als seine Breitseitenwaffen. Die Ober- und Unterseiten der Kriegsschiffe sind aufgrund des Impellerantriebs waffenlos, tragen jedoch verschiedene Sensoren und Kommunikationsantennen.


Ganz offensichtlich liegen also aufgrund der Bewaffnungs- und Verteidigungsanlagen die gravierendsten Schwachstellen eines Kriegsschiffes am Bug und am Heck. Die beste aller Normalraum-Taktiken zum Angriff auf ein gegnerisches Schiff ist es, seine Breitseiten in die Bug- oder Hecköffnung des Impellerkeils zu feuern. Diese Taktik wird auch als "Den Querstrich über das T ziehen" bezeichnet. Dieser sehr feuchte Traum eines jeden Kommandeurs ist allerdings eher die Ausnahme.

Konventionelle Kriegsschiffe tragen eine sowohl in der Jagdbewaffnung als auch Breitseite eine Mischung aus Energie- und Raketenbatterien. Dabei wird die Bewaffnung immer energiewaffenlastiger, je größer das Schiff ist. Während Zerstörer und leichte Kreuzer relativ schwache Energiewaffen und für ihre Größe schwere Raketenbreitseiten tragen, starren Superdreadnoughts vor schweren Energielafetten, während die Raketenbewaffnung, obwohl noch immer wichtig in den frühen Phasen jedes Gefechts, in den Hintergrund tritt.


Im Zeitalter der gondellegenden Raumschiffe hat sich die Bewaffnungsanordnung allerdings stark verändert:

Gondelleger besitzen aufgrund des Gondel-Auswurfsystems keine offensive Heck-Jagdbewaffnung. Zudem tragen einige Gondelleger-Designs keine Breitseiten-Raketenwerfer mehr (zum Beispiel die manticoranische Invictus- und die havenitische Sovereign of Space Klasse) oder nur noch Raketenwerfer für leichte Raketen (Medusa-B Klasse).

Generell ist eine Tendenz zu wenigen, aber dafür sehr schweren Energiegeschützen festzustellen. Damit können zwar weniger Ziele gleichzeitig bekämpft werden, dafür ist der angerichtete Schaden höher und es können auch stärkere Seitenschilde durchbrochen werden.

Durch den Einsatz vektorunabhängiger Raketen ist es zudem zumindest der Royal Manticoran Navy und der Grayson Space Navy möglich, Bewaffnungsschwerpunkte zu legen - die Zerstörer der Roland Klasse besitzen eine "aufgeteilte" Bewaffnung, bei der alle Raketenwerfer in der Jagdbewaffnung untergebracht sind und in den Breitseiten nur schwere Energiewaffen montiert sind.


Rumpfform[]

Datei:Raumschiffe design01.gif

Vereinfachte Skizze des Rumpf-Designs von Kriegsschiffen

Die Anforderungen des Impellerantriebs und die Notwendigkeit, die Schiffe auf Breitseitenfeuer auszulegen, diktieren auch die Rumpfformen. Die Schwingungsemitter, die den Impellerkeil erzeugen, haben sich relativ zu den Abmessungen des Schiffes an ganz bestimmten Punkten zu befinden. Im allgemeinen müssen sie innerhalb von zwölf bis fünfzehn Prozent der größten Längenausdehnung des Schiffes und sehr weit innerhalb der durch den Keil vorgegebenen Höchstbreite liegen. Obwohl es eigenwillige Ausnahmen gibt, sind so gut wie alle Kriegsschiffe abgeflachte, klotzköpfige Spindeln, die sich zu den Bug- und Heckimpellerringen verjüngen und sich dann wieder auf vielleicht ein Viertel der größten Breite ausdehnen. Der Umstand, dass Sternenschiffe ihr eigenes internes Schwerefeld erzeugen, gestattet es den Konstrukteuren der Schiffe, oben und unten senkrecht zur Schiffslängsachse (Mittschiffslinie) zu orientieren, was eine effektive Ausnutzung des Schiffsvolumens gestattet und zu einer Renaissance der uralten Begriffe Ober- und Unterdecks führte.


Sonstiges[]

Die Farbe der Rümpfe der Schiffe sind bei den meisten Nationen in einfachem Weiß gehalten. Die Andermanische Flotte bildet dort eine Ausnahme: Die Rümpfe der Schiffe sind in einem vernebelten Grau gestrichen. Anstelle einer Rumpfnummer (wie bei der RMN) steht der Name des Schiffes achtern des vorderen Impellerrings in rot eingefassten, goldfarbenen Buchstaben.


Die Brücke befindet sich bei Kriegsschiffen nicht wie man annehmen könnte auf dem obersten Deck, sondern wie alle wichtigen Systeme tief in der Mitte des Schiffsrumpfes. Durch diese Positionierung im Herz des Schiffes sollen lebenswichtige Systeme und Abteilungen in einem Gefecht geschützt werden, um einen Ausfall dieser wichtigen Stationen wenn möglich zu vermeiden. Zusätzlich existiert auf allen Schiffen vom Schlachtkreuzer aufwärts mit dem Hilfskontrollraum eine "Ersatzbrücke" am anderen Ende des Schiffes, die bei einem Ausfall der Brücke übernimmt. Kampfschiffe, die auch als Flagschiffe benutzt werden, besitzen zusätzlich zur Kommando-Brücke eine Flagg-Brücke, auf der die Flaggoffiziere (Admiräle), die im Rang über dem Captain des Schiffes stehen, ihren Dienst tun. Von dort werden die Bewegungen der Divisionen, Geschwader oder Flotten koordiniert.

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