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Unternehmen Donnerkeil ist der Codename für eine havenitische Offensive im Jahr 1919 PD, die den Ausbruch des Zweiten Havenkrieges markiert.


Ausgangslage[]

Nach der vernichtenden Niederlage während Unternehmen Butterblume analysierte die neue Republikanische Navy von Haven selbstverständlich die Geschehnisse und ergriff Schritte, um die neuen Systeme der Royal Manticoran Navy zu kontern. Dies gelang auch durch das geheime Projekt Schlupfloch, mit dessen Hilfe die RHN eine Flotte baute, die der RMN Paroli bieten konnte.

Als die Friedensverhandlungen durch politisches Taktieren der manticoranischen Regierung High Ridge und heimliche Sabotage des Mesanischen Alignments und havenitischer Opportunisten immer mehr den Bach hinuntergingen, begann das Oktagon auf Geheiß von Präsidentin Pritchart mit der Planung von militärischen Schritten für den Fall eines Wiederaufflammens der Kampfhandlungen.


Operative Ziele[]

Haven stand 1918 PD vor dem strategischen Problem, dass die RMN Positionen in unmittelbarer Nähe des Haven Systems besetzt hielt und im letzten Krieg quasi einen Keil aus eroberten Welten in die Republik getrieben hatte. Da Manticore zudem weiterhin die technische Überlegenheit besaß, stand die RHN vor mehreren Primärzielen im Falle einer Wiederaufnahme der Kämpfe. Diese Ziele waren wiederum abgestuft, um eine angemessene Reaktion zu ermöglichen.

Diese Ziele waren in drei Kategorien eingeteilt, wobei der nächsthöhere Fall automatisch die Ziele des niedrigeren Falls mit einbezog:

Fall Blau:

  • Verhinderung eines manticoranischen Präventivschlages gegen die neuen Schiffe der RHN.

Fall Gelb:

  • Rücknahme der besetzten Systeme entweder durch reine Drohung (Gelb Alfa) oder durch Gewaltanwendung und Ausschaltung der manticoranischen Präsenz (Gelb Beta).

Fall Rot:


Ausdrücklich von Angriffen ausgenommen war das Manticore System selbst, auch Grayson sollte nicht angegriffen werden, da man sich der desolaten Lage in der Allianz bewusst war und die Möglichkeit ihrer Selbstauflösung nicht durch äußeren Druck gefährden wollte. Zudem sollte das System von Trevor's Stern nur zeitweilig besetzt werden, da die Ortsansässigen ihren Willen kundgetan hatten, dem Sternenkönigreich beizutreten und die neue Republik Haven kein System dauerhaft gegen seinen Willen okkupieren wollte.

Das übergeordnete Ziel der Offensive war, Manticore in die Defensive zu zwingen, den Grenzverlauf von 1905 PD wiederherzustellen sowie Manticores Rüstungskapazitäten zu zerstören. Damit sollte eine Situation geschaffen werden, in der Haven die stärkere Verhandlungsposition innehatte, um dann neue Friedensgespräche anzubieten und einen ehrlichen und für alle Beteiligten annehmbaren Frieden zu schaffen. Eine Eroberung des Sternenkönigreichs oder anderer Sternnationen war ausdrücklich nicht das Ziel der Operationen.

Strategie[]

Die havenitische Strategie sah zwo voneinander unabhängige Kampfverbände vor: Die Erste Flotte unter dem Kommando von Admiral Javier Giscard und die Zwote Flotte mit Admiral Lester Tourville an der Spitze. Die Erste Flotte war die größere der beiden und für den Einsatz gegen die RMN-Positionen zwischen Haven und Manticore vorgesehen. Die Zwote Flotte verlegte heimlich nach Silesia und sollte dort, nach Erhalt des Startbefehls, Sidemore Station angreifen und den dortigen manticoranischen Flottenverband vernichten.

Während die Zwote Flotte ein Einzelziel ausschalten und daher massiert angreifen sollte, kopierte die Erste Flotte die manticoranische Strategie während Unternehmen Butterblume. Jedes der zahlreichen Einzelziele wurde von Kampfverbänden angegriffen, die doppelt oder dreimal so stark wie die Ziele waren und sich um Podnoughts oder LAC-Träger formierten. Die Ziele waren zuvor durch Handelsschiffe und Spione aufgeklärt worden.

Gleichzeitig wurde die Zentralflotte zurückbehalten, um das Heimatsystem zu schützen und alle wichtigen Systeme der Republik ebenfalls durch Wachverbände abgeschirmt.


Ergebnis[]

Letztendlich wurde Fall Rot ausgelöst und Unternehmen Donnerkeil war ein durchschlagender Erfolg. Lediglich die Vernichtung der Dritten Flotte sowie der Einsatzgruppe 34 misslang. Admiral Giscard sah sich bei Trevors Stern unerwarteten Verstärkungen durch Schiffe der Grayson Space Navy gegenüber, womit ein Unsicherheitsfaktor eintrat, den er nicht auflösen konnte. Daher entschloss er sich zum Rückzug, was auch bedeutete, dass Trevors Stern unter Kontrolle der Allianz blieb. Die Zwote Flotte wiederum geriet in eine Falle und wurde in der Zwoten Schlacht von Sidemore zu mehr als 50 Prozent vernichtet.

Dies waren dann allerdings auch schon alle Siege der Allianz. Sämtliche anderen besetzten Systeme gingen verloren, meist mit schweren Verlusten unter den Wachgeschwadern, die bis zum Totalverlust reichten. Der größte Erfolg für Haven und die schlimmste Niederlage für Manticore war die Vernichtung der Satellitenwerft von Grendelsbane Station und über 60 unfertigen Podnoughts sowie zahlreichen anderen Schiffen in der Schlacht von Grendelsbane, ein Fiasko, bei dem die RMN mehr Tonnage verlor als in den 600 Jahren ihrer Existenz zusammen.

Unternehmen Donnerkeil war der Todesstoß für die Regierung High Ridge und der Beginn des Zwoten Havenkrieges. Das Hauptziel, Manticore zu ernsthaften Friedensgesprächen zu zwingen, wurde indes nicht erreicht, denn Pritchart war sich der Unversöhnlichkeit nicht bewusst, mit der Königin Elisabeth III. die Volksrepublik Haven gehasst hatte, die Schuld am Tod ihres Vaters gewesen war. Der warnungslose Überfall bestärkte Elisabeth in ihrer Sicht, die Republik sei genau wie die Volksrepublik und daher weigerte sie sich nachzugeben.

Für das Mesanische Alignment war das Wiederaufflammen der Kämpfe ein großer Erfolg, der die beiden gefährlichsten Störfaktoren für Prometheus ablenkte. Das Alignment tat in der Folgezeit alles, um den Konflikt weiter anzuheizen, bis hin zu Mordanschlägen und weiteren Intrigen.

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