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Der Zweite Havenkrieg ( 1919 - 1922 PD) war ein bewaffneter Konflikt zwischen der Republik Haven und der Manticoranischen Allianz. Da der Erste Havenkrieg nicht mit einem formellen Friedensvertrag beendet wurde, war er tatsächlich die zweite Phase der Havenkriege (1905 - 1922 PD).

Vorspiel

Der erste Havenkrieg endete 1915 PD als Ergebnis des Einsatzes der neuen Podnoughts und Waffensysteme der Manticoranischen Allianz, die Haven an den Rand einer vollständigen Niederlage brachten. Der Krieg endete stattdessen jedoch mit einem Waffenstillstand, als der manticoranische Premierminister Allen Summervale, Herzog Cromarty, zusammen mit mehreren Mitgliedern seines Kabinetts und der graysonischen Regierung während Unternehmen Hassan getötet wurde. Der Bund der Konservativen nutzte die Gelegenheit skrupellos aus, um im Sternenkönigreich eine politische Allianz zu schmieden, die Herzog Cromartys Zentralisten und Kronenloyalisten von der Macht verdrängte. Cromarty hatte zuvor die Zerstrittenheit des Oberhauses ausgenutzt und war in der Lage gewesen, einen knappe Mehrheit zusammenzuhalten. Mehrere Oppositionsführer (Baron High Ridge, Lady Elaine Descroix und Marisa Turner, Gräfin New Kiev) schlossen sich nun zu einer neuen Regierung zusammen. Die erste Aktion der nachfolgenden Regierung High Ridge bestand darin, einseitig ein Waffenstillstandsangebot von Oscar Saint-Just aus Haven anzunehmen, obwohl die Royal Manticoran Navy nur noch wenige Wochen von einem absoluten Sieg entfernt war. Damit stieß die neue manticoranische Regierung den Rest der Allianz vor den Kopf.

High Ridge hatte jedoch gar nicht die Absicht, wirklich einen Frieden auszuhandeln. Ihm war eher daran gelegen, einen Frieden zu vermeiden, denn damit konnten die bestehende Steuerpolitik und die ihnen zur Verfügung stehenden Notstandsbefugnisse aufrecht erhalten werden. Aber am Wichtigsten war dieser Regierung, die nächsten allgemeinen Wahlen, die für die Dauer des Krieges ausgesetzt worden waren, so lange wie möglich hinaus zu zögern, um derweil innenpolitisch Bonbons zu verteilen und Stimmen zu kaufen. Fünf Jahre lang setzte die Regierung High Ridge diese bewusste Verzögerungspolitik fort. Diese Politik beruhte auf der überheblichen Annahme, dass Haven niemals in der Lage sein würde, die technologische Lücke zur Allianz zu schließen und damit der Gnade High Ridges ausgeliefert sei. Kritische Stimmen, die darauf hinwiesen, dass genau dies oberste Priorität der Haven Navy sein müsse und diese bereits in der Vergangenheit mit nicht zu unterschätzender Flexibilität und eigenen Innovationen aufgewartet hatte, wenn man ihr nur die Zeit ließ, wurden als "politische Taktierer" und Defätisten diskreditiert.

High Ridge und seine Spießgesellen wussten nicht, auch wegen der nun durch politisches Wunschdenken bestehenden Unzulänglichkeiten des manticroanischen Geheimdienstes, dass Präsidentin Eloise Pritchart und Kriegsminister Thomas Theisman die bereits bestehenden geheimen Forschungs- und Entwicklungsbemühungen in Schlupfloch aufrechterhalten und zudem dem dem Kommando von Admiral Shannon Foraker unterstellt hatten. Foraker war nun in der Lage gewesen, den technologischen Fortschritt der Royal Manticoran Navy weitgehend zu kompensieren. Auf den Werften in Schlupfloch baute Theisman einen neuen havenitischen Schlachtwall aus Podnoughts, der dem der RMN zumindest ebenbürtig war. In Kombination mit bestehenden Einheiten war die Republikansische Navy von Haven der RMN nun sogar wieder zahlenmäßig deutlich überlegen. Diese neue Flotte war zunächst nur als Versicherungspolice gegen mögliche zukünftige manticoranische Aggressionen gedacht. Ebensowenig wie High Ridge wollte Pritchart wieder einen heißen Krieg führen.

Arnold Giancola, der Außenminister der Republik, war jedoch der Ansicht, dass Pritchart gegenüber Manticore zu passiv war, und hatte zudem eigene Ambitionen, Präsident zu werden. Er beschloss, eine Krise zu provozieren, um die Politik von Präsidentin Pritchart falsch und zögerlich erscheinen zu lassen, indem er diplomatische Botschaften zwischen Haven und Manticore veränderte. Er war dazu in der Lage, zum Teil, weil sein Verbündeter Yves Grosclaude der havenitische Repräsentant auf Manticore war, und zum Teil, weil die havenitische Systemsicherheit unbemerkt einen digitalen Signaturschlüssel des manticoranischen Auswärtigen Amtes gestohlen hatte. Darüber hinaus taten mesanische Agenten in Haven und Manticore alles, um den Konflikt wieder zu schüren, weil es im Interesse des Mesanischen Alignments lag, dass die beiden Großmächte des Haven-Sektors wieder aufeinander schossen. Passenderweise bewirkten die Manipulationen in der diplomatischen Korrespondenz, sowohl Manticore als auch Haven zu verärgern, da beide Parteien der jeweils Anderen Manipulation und Unehrlichkeit vorwarfen, und das diplomatische Klima so immer weiter zu verschlechtern.

Kriegsverlauf

Das Ergebnis dieser Spielchen war zumindest für einen allwissenden Beobachter vorhersehbar. Präsidentin Pritchart kam schließlich zu dem Schluss, dass die Regierung High Ridge nicht nur einem Friedensvertrag nicht zustimmen würde, sondern auch beschlossen hatte, das eroberte havenitische Gebiet einseitig zu annektieren. Dies war für die Republik, die für sich beanspruchte, die Interessen aller ihrer Bürger zu vertreten, auch der in den besetzten Systemen, untragbar. Pritchart entschied sich dafür, diese vermeintliche Absicht zu verhindern und Manticore zu Verhandlungen zu zwingen. Auf ihre Anweisung hin organisierte Theisman das Unternehmen Donnerkeil, einen massiven Angriff der republikanischen Marine auf alle Positionen der Allianz im havenitischen Raum und das manticoranische Schiffsbauprogramm.

In diesem massiven Angriff eroberte Haven alle Gebiete zurück, die im Ersten Havenkrieg von der Allianz erobert worden waren, mit Ausnahme von Trevors Stern, das kurz vor Beginn des Unternehmens eigenmächtig von der Grayson Space Navy verstärkt worden war, und legte zudem das manticoranische Schiffsbauprogramm bei Grendelsbane in Schutt und Asche. Die RMN erlitt die schwerste Niederlage ihrer Geschichte und das politische Nachbeben beendete auch die Regierung High Ridge. (HH11)

In den folgenden Monaten belauerten sich beide Seiten. Pritchart hatte auf einen direkten Angriff auf das Sternenkönigreich verzichtet, weil sie wirklich einen ehrlichen Frieden verhandeln wollte. Die manticoranische Marine wiederum war nicht stark genug für einen vergleichbaren Gegenangriff. Anders als im Ersten Havenkrieg war dieser Konflikt nun geprägt von einer allmählichen Eskalation der schnellen, tiefen Vorstöße in den gegnerischen Raum, um dort wichtige Ziele anzugreifen und zu zerstören. So vernichtete die manticoranische Achte Flotte unter dem Kommando Honor Harringtons die Systeminfrastruktur mehrerer havenitischer Systeme, die Haven Navy radierte im Gegenzug die Orbitalindustrie des Zanzibar Systems aus. Beide Seiten arbeiteten derweil hinter der Front hektisch daran, so viele Podnoughts wie möglich in Dienst zu stellen, um wieder ihre Ziele umsetzen zu können.

Als sich auf havenitischer Seite die Hinweise mehrten, dass eine unbekannte Partei in diesem Krieg ihre eigenen Pläne verfolgte, versuchte Pritchart, Friedensgespräche zu beginnen. Doch das Alignment, dem nichts weniger in die Pläne passte als Frieden zwischen Haven und Manticore, entsandte einen nanojustierten Attentäter, der im Attentat von Torch ein Massaker anrichtete und die Friedensgespräche scheitern ließ, bevor sie überhaupt begonnen hatten. Königin Elisabeth III. zog daraufhin ihre Gesprächszusage zurück und der Krieg ging weiter.

Im Talbott-Sternhaufen entwickelte sich derweil eine für das Sternenkönigreich gefährliche Situation. Manipuliert von mesanischen Agenten, die Manticore aus dem Sternhaufen vertreiben wollten, gerieten Einheiten der Solarian League Navy dort mit der RMN aneinander. Mit einem drohenden Zweifrontenkrieg konfrontiert, startete die Achte Flotte Unternehmen Sanskrit und setzte ihre gesamte Macht gegen das für Haven extrem bedeutende Lovat System in Marsch. In der Schlacht von Lovat enthüllte die RMN die Existenz des Apollo Systems, einem überlichtschnellen Feuerleitsystem. Damit war für Haven klar, dass es den Krieg nur noch gewinnen konnte, wenn es alles auf eine Karte setzte: Unternehmen Beatrice, den Großangriff auf das Manticore System selbst. Die daraus resultierende Erste Schlacht von Manticore wurde zum größten Flottengefecht in der Geschichte der interstellaren Kriegsführung.

Nach der Schlacht von Manticore waren die Schlachtwälle beider Seiten ausgebrannt. Die Haven Navy hatte zwar insgesamt noch mehr Schiffe, konnte diese aber nicht aus dem Systemschutz abziehen, ohne sich verwundbar zu machen und zudem hätten die Schiffe nicht ausgereicht, um gegen die nun als Home Fleet eingesetzte, mit Apollo ausgerüstete Achte Flotte zu bestehen. Die Haven Navy bereitete sich nun auf die unvermeidliche Antwort der Allianz und die Niderlage vor. Zur Überraschung Pritcharts wurden Admiral Alexander-Harrington und die Achte Flotte dann tatsächlich ins Haven System geschickt, allerdings um ein letztes Mal zu versuchen, Friedensgespräche einzuleiten. Nach anfänglichen Erfolgen wurden Harrington und die Flotte nach Operation Oyster Bay, dem verheerendem Angriff der Mesan Alignment Navy auf die Infrastruktur des Manticore Systems und des Jelzin Systems zurückgerufen. (HH11)

Obwohl die Vernichtung der Systeminfrastruktur Manticores jenen in Haven Aufwind gab, die glaubten, ein Sieg sei nun doch noch möglich, verweigerte sich Pritchart dieser Sichtweise, vor allem, als über Beowulf bekannt wurde, dass die Solarian League Navy die Gunst der Stunde zu nutzen gedachte und eine "Strafexpedition" ausgesandt hatte, um das "aufmüpfige" Sternenkönigreich für seinen Widerstand im Talbott Sternhaufen zu zerstören. Die zeitliche Abfolge der Ereignisse bestärkte Pritchart eher in der Annahme, dass all das kein Zufall war. Allerdings waren ihr vorerst die Hände gebunden, da alles, was sie an Informationen hatte, nur Indizien waren.

Kriegsende

Die Rückkehr Victor Cachats und Anton Zilwickis von einer Geheimmission auf Mesa nach Haven und ihre Berichte über das Mesanische Alignment, die wahren Dirigenten der Havenkriege, ihre Beeinflussung der alten Republik und der Legislaturalisten (zumindest DuQuesnes) und der Initiatoren Oyster Bays, gaben schließlich den Ausschlag. Präsidentin Pritchard reiste mit ihrem Kabinett zu direkten Gesprächen mit Elisabeth III. nach Manticore, wo sie innerhalb von Stunden einen Waffenstillstand, ein Ende des Krieges und sogar eine zunächst informelle Allianz mit Manticore erreichte. Haven und Manticore beendeten nicht nur den Krieg, sie schufen die Große Allianz und ihre Flotten würden als Grand Fleet der SLN und dem Alignment entgegen treten, genau das, was das Alignment unter allen Umständen hatte verhindern wollen. (HH11)



Operationen des Zweiten Havenkrieges
Donnerkeil | Raupenfraß | Raupenfraß II | Raupenfraß III | Gobi | Sanskrit | Beatrice
Schlachten des Zweiten Havenkrieges
Tequila Zwo | Grendelsbane | Thetis Zwo | Maastricht Zwo | Trevors Stern Zwo | Marsh Zwo | Alizon Raid
Zanzibar Raid | Gaston | Tambourin | Hera | Squalus und Hallman | Augusta | Chantilly | Des Moines
Fordyce | Lorn | Solon | Zanzibar Zwo | Lovat | Manticore
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